Eine Geschichte von Selbstzweifel und tiefen Narben

Eine Geschichte von Selbstzweifel, tiefen Narben und einem langen Kampf bis man wieder beginnen kann an sich selbst zu glauben.

Meine Rezension zu „Als ob du mich siehst“ von Michelle Schrenk

Worum geht es?

Elisa musste bereits einiges in ihrem Leben durch machen und ihre Narben sitzen tief. Dennoch wagt sie einen Neuanfang und kehrt zurück in ihre Heimatstadt Nürnberg und lässt all die negativität in Berlin zurück. Ihr Ziel ist es all die schlechten Momente in gute einzutauschen.

Doch schnell merkt sie das ist gar nicht mal so einfach. Denn Joan bringt ihre keine Jungs Regel mächtig ins wanken und ihr Herz wieder zum schlagen. Doch will sie einfach nicht begreifen, dass jemand sie einfach ihretwegen lieben kann, da sie doch so kaputt und voller Narben ist.

Joan lässt sich aber von nichts abschrecken und zeigt ihr wie man wieder Licht in ein viel zu dunkles Leben bringt und das jeder Mensch Narben hat, auch er selbst.

Meine Meinung

Schon „Als ob du mich liebst“ den ersten Band der Als ob Reihe von Michelle Schrenk konnte mich absolut überzeugen, umso gespannter war ich natürlich auf „Als ob du mich siehst“. Während im ersten Band der Reihe die Herzkrankheit der Protagonistin thematisiert wurde, erwartet uns hier ein neues und sehr wichtiges Thema und zwar Selbstzweifel.

Ich würde schon von mir behaupten, dass ich ein sehr selbstbewusster Mensch bin, dennoch plagen auch mich regelmäßig Selbstzweifel. Das bleibt bei einem normalen Menschen vermutlich einfach nicht aus. Doch in diesem Ausmaße kannte ich das natürlich auch nicht. 

Denn Elisa plagen unglaubliche Selbstzweifel, die sie sowohl ihrer Kindheit, als auch ihrem Manipulativen Ex zu verdanken hat. Diese Selbstzweifel sind so ausgeprägt, dass sie auch mit Panikattacken zu kämpfen hat.

„Nein, ich… ich bin ein merkwürdiger Mensch, ich bin voller Angst und Zweifel und misstrauisch. Was will er von mir, wo ist der Fehler?“

Elisa, S. 200, Als ob du mich siehst, Michelle Schrenk

Den Hauptprotagonisten Joan fand ich ziemlich niedlich, er war zwar manchmal nervig, aber wenn ein Kerl nicht ein wenig nervt hat das ja auch keinen Charme. Ich hatte mir anfangs etwas Sorgen gemacht über die Auflösung seiner „Geheimnisse“, da oftmals in New Adult Büchern irgendwie gezwungen oder gewollt rüber kam. Das ist hier definitiv nicht der Fall! Ich fand es authentisch, verständlich und absolut passend. Mich hat vor allem überrascht, das er der positive Mensch war, das war schon ziemlich erfrischend!

„(…) Du musst versuchen, der Angst ihren Schrecken zu nehmen. Wenn es dunkel ist, mach Licht, auch wenn du keine Taschenlampe dabei hast. In deinem Kopf kannst du die Gedanken so steuern, dass du die Angst irgendwann vergisst.(…)“

Joan, S. 169, Als ob du mich siehst, Michelle Schrenk

Die Nebenprotagonisten, die man teilweise auch schon aus „Als ob du mich liebst“ kennt, haben mir unglaublich gut gefallen. Die alten Protagonisten wieder zusehen, hatte einfach etwas ganz besonderes. Wie es schien sind dabei auch schon bereits zwei Jahre vergangen und es wird immer ernster zwischen den beiden. Wer weiß vielleicht läuten da im nächsten Band die Hochzeits Glocken, das fände ich tatsächlich ziemlich süß!

Die Story der Geschichte hat mir insgesamt ziemlich gut gefallen, doch ein paar Kleinigkeiten habe ich tatsächlich doch zu kritisieren. Ich hätte mir nämlich sehr gewünscht, dass Silvie, die Freundin von Elisa mit der sie immer Telefoniert, durch einen Psychologen ersetzt worden wäre. Denn klar es ist wichtig einen Freund zu haben auf den man jederzeit zurückgreifen kann, wenn einem Zweifel plagen. Doch in dem Ausmaß der Selbstzweifel und all der Erlebnisse, die Elisa hat durchmachen müssen. Wäre ein Psychiater das mindeste.

Auch fand ich das Ende leider etwas abrupt. Wenn es nach mir ginge hätte es wirklich ein paar mehr Seiten haben können, denn vor allem die Geschichte mit der Mutter, hat meiner Meinung nach am Ende zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. 

Normalerweise bin ich ja kein Fan davon, wenn Bücher in Deutschland spielen, oft habe ich irgendwie das Gefühl das es „cringe“ wirkt, aber so langsam gewöhne ich mich daran und ich möchte auf jeden Fall gerne mal irgendwann Nürnberg entdecken!

Fazit

Insgesamt mochte ich die Geschichte sehr gerne, klar hier und da hätte ich die Dinge gerne anders gehabt, aber das Lesevergnügen überwiegt doch deutlich. Das Buch würde ich auf jeden Fall auch weiterempfehlen und die Reihe weiter verfolgen. 

Es hat mir auf jeden Fall die Gefühle eines Menschen mit starken Selbstzweifeln sehr gut vermittelt und was ich ja sowieso am meisten, an Michelle Schrenks Bücher liebe, sind all die positiven Sprüche von ihr und der Garantie auf ein Happyend. Das versprechen, dass egal wie dunkel es ist, man Licht finden wird.

Kleiner Tipp für euch, die Bücher sind unabhängig voneinander lesbar.

Mit der Bewertung hadere ich tatsächlich ein wenig zwischen 4 und 4,5 Sternen. Denke das aber beides ziemlich passend ist. 

Bewertung: 4 von 5.

Informationen zum Buch

  • Autor: Michelle Schrenk
  • Verlag: Kampenwand
  • Seiten: 361
  • Format: Broschiert, EBook
  • ISBN: 978-3-947-738106
  • Erscheinungstermin: 30.04.2020
  • Rezensionsexemplar: ja

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